Liebe Leser*innen,
diesen Monat stelle ich euch den ersten Thriller für Erwachsene der Autorin Holly Jackson vor. Manch einer kennt sie vielleicht aus dem Jugend-Mystery-Genre – so wie ich – und ist mit ihrem lockeren und mitreißenden Schreibstil bereits vertraut. Und auch in „Not Quiet Dead Yet“ ist sie ihrem Stil treu geblieben.

In sieben Tagen wird Jet Mason tot sein.
Jet ist die Tochter einer der reichsten Familien in Woodstock, Vermont. Mit 27 Jahren wartet sie immer noch darauf, dass ihr Leben endlich beginnt. „Das kann ich später noch machen“, sagt sie immer. Denn Jet hat Zeit.
Bis zu jener Halloween-Nacht, als sie von einem unsichtbaren Eindringling brutal angegriffen wird. Dabei erleidet Jet eine schwere Kopfverletzung, und die Ärzte sind sich sicher: In spätestens einer Woche wird ein tödliches Aneurysma Jet umbringen. Dennoch ist sie fest entschlossen, endlich etwas zu Ende zu bringen:
Jet wird ihren eigenen Mord aufklären.
Da Holly Jackson bisher schwerpunktmäßig für ein jüngeres Publikum geschrieben hat (A Good Girl’s Guide to Murder), wollte ich mir einen Eindruck von ihrem ersten Erwachsenen-Roman verschaffen. Und ich kann euch sagen: es lohnt sich auf jeden Fall ihr neues Buch zu lesen. Ihr dürft natürlich keinen knallharten Thriller à la Fitzek oder Slaughter erwarten, dafür handelt die Protagonistin viel zu unerfahren für ihr Alter, was eher einem Jugendthriller zuzuschreiben wäre. Dennoch gelingt es der Autorin gleich beim Einstieg in die Geschichte, einen konstanten Spannungsbogen aufzubauen, der sich das ganze Buch über durchzieht. Sehr schön finde ich, dass sie viele falsche Fährten legt, damit man wirklich bis zum Schluss (mit)rätselt, wer der Täter ist.
Am Rande ihrer Mordermittlungen entwickelt sich dann auch noch eine kleine zaghafte Liebesgeschichte zwischen Jet und ihrem Jugendfreund Billy. Auch wenn von vornherein klar ist, dass es kein Happy End gibt, ist es sehr berührend, dass Jet vor ihrem Tod noch einige schöne Erfahrungen sammeln darf.
Wie bei jedem Buch gibt es allerdings auch hier ein großes „Aber“. Ich empfehle jedem, der den Roman liest, seine realistischen Vorstellungen auszublenden. Holly Jackson hat an einigen Stellen in ihrer Geschichte große Logiklücken kreiert, die definitiv realitätsfern und eher auf künstlerische Kreativität zurückzuführen sind. Wenn euch das natürlich nichts ausmacht bzw. ihr darüber hinwegsehen könnt, dann bietet der Roman ein großes Lesevergnügen.
Wenn euch dieser Thriller nun neugierig gemacht hat, könnt ihr ihn gerne in der Bibliothek ausleihen.
Eure
Désirée Sterr





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