heute möchte ich Euch folgendes Sachbuch empfehlen:
„Spiele-Klassiker für Kinder ganz ohne Smartphone“.
Ich hatte dieses Buch zufällig in der Hand, während ich in unserer Kinder- und Jugendbibliothek in der 2. Etage unser neues Regal für Neuheiten aufgeräumt habe. Als mir das Buch in die Hände fiel, machte mich der Titel neugierig. Spielen ganz ohne Smartphone – das gilt nämlich nicht nur für Kinder! Deshalb nahm ich es mit nach Hause.
Die Autor*innen haben eine kleine Auswahl an lustigen, kreativen Spielen für drinnen und draußen zusammengetragen. Man benötigt nur seine Hände, Papier und Stift.
Das Inhaltsverzeichnis verspricht Faden-, Murmel-, Jo-Jo-, und Sing-Spiele.
Als ich diese Übersicht las, wurde ich zurück in meine Kindheit versetzt. Es werden Spiele wie „Himmel und Hölle“, „Andotzen“ oder „Mit Unterrock im zehnten Stock“ in Erinnerung gerufen. Um ehrlich zu sein, habe ich keins dieser Spiele mehr vor Augen gehabt. Umso mehr hat es mich gefreut, sie neu wiederzuentdecken.
Besonders gefallen haben mir die einfach erklärten und anschaulich bebilderten Anleitungen. Diese laden direkt zum Loslegen ein.
Diese Spiele-Klassiker eigenen sich jedoch nicht nur für den Einsatz zu Hause, sondern auch im Kindergarten oder in der Schule.
Es lohnt sich also auf jeden Fall, mal einen Blick in dieses Buch zu werfen!
als Buch des Monats möchte ich Euch heute den neuen Roman von Daniela Dröscher „Lügen über meine Mutter“ ans Herz legen. Vor einigen Wochen stand er bereits auf den Bestsellerlisten sowie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und das nicht ohne Grund.
Daniela Dröscher erzählt vom Aufwachsen in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter. Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann. Und die Mutter ist dem ausgesetzt, Tag für Tag.Die ganze Kindheit über hat der Vater am Gewicht der Mutter zu meckern, da er das Übergewicht seiner Frau dafür verantwortlich macht, was ihm alles versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft.
Dieses Buch über eine Familie in einem Dorf im Hunsrück zu Beginn der 1980er, wo es am wichtigsten ist was „die Leute“ von einem denken, löst Mitgefühl, Empörung und Zorn aus. Zorn darüber, wie ein Mann seine Frau tyrannisiert, und wie diese Frau über Jahre mit dieser Tyrannei leben konnte.
Die achtziger Jahre mit ihren gesellschaftlichen und familiären Zwängen werden ausgezeichnet wiedergegeben. Die Grünen ziehen in den Bundestag ein, und Helmut Kohl wird Bundeskanzler. Männerherrschaft in allen Bereichen wird überzeugend beschrieben. Mit der Emanzipation hat es in dem abgelegenen Dorf bisher nicht geklappt.
Man liest diesen Roman mit einer Mischung aus Schmunzeln und wachsender Wut. Daniela Dröscher hat ihre Kindheit in einem aufschlussreichen Familienporträt verarbeitet, dessen Sog man sich nicht entziehen kann. Ein Buch, das zum Schmökern einlädt.
Ihr findet das Buch hier in der Bibliothek, sowie das Hörbuch in der Westleihe24.
Wer bin ich? Zu wem fühle ich mich hingezogen? Was hat es mit Coming-Outs auf sich? Was ist die queere Community und wie kann ich mich für queere Rechte einsetzen? Vielleicht hast du dir genau solche Fragen schon einmal gestellt, oder du kennst jemanden, der sich mit ihnen beschäftigt. Dieses Buch möchte dich auf dem Weg begleiten, deine eigenen Antworten zu finden, und dir dabei helfen, die großartige Vielfalt rund um Queerness und LGBTQIA+ kennen und verstehen zu lernen. Es möchte dir Mut machen und ein Wegweiser sein, wobei die wichtigste Botschaft bleibt: Du bist nicht allein und du wirst deinen Weg finden!
Allein schon dieses Cover! Es hat mich direkt angesprochen! Und als ich das Buch einmal angefangen hatte, konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich habe selten ein Buch gelesen bei dem ich mich selber so wohl gefühlt habe. Kai Spellmeier erklärt fachlich aber auch in einfachen Worten das „Queer“-sein. Hier merkt man einfach, wie viel Energie und Liebe in das Buch gesteckt wurde. Es muss nicht mal selber jemand Queer sein, ich kann das Buch ebenso lesen, um mein Umfeld besser zu verstehen oder auch kennenzulernen. Fast alle Erklärungen von ihm werden durch Stimmen aus der Community unterstützt, wodurch man noch mal eine andere Sichtweise bzw. Erklärung bekommt. Kai nimmt auch kein Blatt vor den Mund, erzählt aus seiner Perspektive mehrere Sachen und man fühlt sich direkt mit ihm verbunden. Ich würde dieses Buch mit einem guten Gewissen allen weiterempfehlen, die (vielleicht) queer sind, jemanden im näheren Umfeld haben der queer ist oder sich einfach zu diesem wichtigen Thema weiterbilden wollen. Und selbst wenn nichts davon zutrifft wird sich dennoch in diesem Buch die ein oder andere Aussage finden, die dich inspiriert und dich dazu anregt, dich zu lieben genauso wie du bist
ich liebe schöne, schlichte Cover und aus diesem Grund wollte ich „Offene See“ von Benjamin Myers eigentlich nur lesen. Doch das Buch hat mich so gefesselt, dass ich es euch nun als Buch des Monats empfehlen möchte. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, der Roman ist eine Liebeserklärung an die Kraft der Poesie.
Nordengland, 1946: Robert weiß schon früh, dass auch er nach der Schule, wie alle Männer seiner Familie, als Bergarbeiter unter Tage fahren wird.
Dabei liebt er die Natur und Bewegung, Enge ist ihm ein Graus. Also beschließt er aus dieser Sehnsucht nach der Natur hinaus, sein Land kennen zu lernen, als Ziel die „offene See“. Kurz vor seinem Ziel lernt er eine ältere Frau kennen – Dulcie, die ihn auf eine Tasse Tee einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion.
Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen, sein Blick auf das Leben wandelt sich stark. Der Besuch bei Dulcie wird zu einer Erfahrung, die Robert für sein ganzes Leben prägen wird.
Das Buch zeichnet sich durch den angenehmen Schreibstil, die schöne Sprache, die wunderbare Atmosphäre und den poetischen Stil aus.
Ein wunderschöner, feinfühliger und poetischer Roman über Freundschaft, der sich sehr schön lesen lässt. Eine klare Empfehlung also für alle, die etwas Poesie in ihrer Lektüre genießen.
Eine ist unschuldig. Die andere eine eiskalte Killerin. Welcher der beiden Schwestern glaubst du?
Frank Avellino wurde mit äußerster Brutalität in seinem eigenen Schlafzimmer erstochen, der Täter muss in einem wahren Blutrausch gehandelt haben. Besser gesagt: die Täterin. Denn Franks Töchter Alexandra und Sofia beschuldigen sich gegenseitig der Tat. Die eine ist eine sadistische Mörderin, die andere unschuldig. Aber welche?
Ich hatte euch letztes Jahr schon den Band „Thirteen“ vorgestellt aber „Fifty-Fifty“ übertrifft alles!
Schon der Einstieg in den Fall könnte spannender nicht sein. Mit den Notrufen, die beide Schwestern getätigt haben, versucht der Autor schon relativ früh, den Leser in die Irre zu führen. Was ihm, meiner Meinung nach, im Laufe des Romans auch sehr gut gelingt. Vor allem durch die unterschiedlichen Perspektiven und Plot-Twists. Die Leser*innen erleben den Fall aus drei verschiedenen Sichtweisen: die des Strafverteidigers Eddie Flynn, die Sicht der neuen Anwältin Kate Brooks…und auch die Täterin – genannt „Sie“ – kommt zu Wort. Dadurch wird es dem Leser sehr schwer gemacht, sich auf eine Schuldige festzulegen. So oft, wie ich im Verlauf des Romans zwischen den Schwestern hin-und hergeschwankt habe…am Ende lag ich doch wieder falsch mit meinem Verdacht 😊.
Durch seine spannende Schreibweise und seine kurzen Kapitel hat es der Autor wieder mal geschafft, mich stundenlang in seinem Bann zu halten. Und ehe ich mich versah, war das Buch auch schon wieder zu Ende. Chapeau an den Autor für diesen gelungenen Pageturner!
Bis zur nächsten Veröffentlichung könnt ihr natürlich dieses Buch (sowie den Vorgänger) bei uns ausleihen!
und schon gehen wir mit großen Schritten auf Ostern zu. Weshalb ich als Buch des Monats ein unterhaltsames und informatives Sachbuch vorstellen möchte.
Ostern ist ein merkwürdiges Fest: Kinder suchen Eier, die ein Hase versteckt haben soll. Christen feiern die Auferstehung eines Toten. Mit Mitteln der Vernunft ist weder das eine noch das andere zu fassen. Und natürlich darf auch die Frage aller Fragen nicht fehlen: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?
Der Journalist Mirko Krüger hat ein ansprechend gestaltetes Buch rund um Ostern verfasst. Darin kommen biblische Themen wie die Karzeit, Kreuzigung und Auferstehung zur Sprache, aber auch (Oster-)Hasen und Eier, Rituale und Bräuche, Sprichwörter und populäre Irrtümer werden sachkundig erläutert.
Auf AHA-Seiten werden Fakten erläutert, auf anderen wird über populäre Irrtmer aufgeklärt. „Vorlaute“ Fragen haben ebenso einen Platz wie das Erklären von Sprichwörtern aus den biblischen Passions- und Ostergeschichten. Am Ende des unterhaltsamen und informativen Buches gibt es ein Quiz – alles gemerkt?
Wer gerne auf unterhaltsame Weise etwas über die verschiedenen Bräuche und Rituale des Osterfestes lernen möchte, der kommt hier voll auf seine Kosten. Der Wechsel zwischen „Populäre Irrtümer“ und „AHA“-Kapiteln sorgt für abwechslungsreiches Lesevergnügen. Aufgelockert wird die Lektüre durch kleine Kapitel, die sich mit unterschiedlichen Themen und Fakten beschäftigen. So wurde es beim Lesen nie langweilig. Des Weiteren war es sehr amüsant, am Ende des Buches mein gelesenes Wissen in einem Quiz spielerisch noch einmal zu überprüfen. Und ich musste feststellen, dass ich doch noch einiges lernen konnte.
Na, wollt ihr nun etwas über Ostern lernen? Dann könnt ihr euch das Buch gerne bei uns ausleihen.
schon das erste Buch von Inka Lindberg fand ich toll, aber das Zweite? Ich hatte mich schon in das Cover verliebt und ungeduldig gewartet, bis es endlich rauskam. Ich habe „we fell in love in october“ direkt gelesen und möchte euch dieses Buch nicht vorenthalten.
Das Buch beginnt mit einem Blick in Lisas Leben: Ein übergriffiger Chef, ein Freund, der kein großes Interesse an ihr zeigt und eine Mutter, die über ihr Leben bestimmen will. Als ihr alles zu viel wird, bricht sie ihre Ausbildung als Bankkauffrau ab, bucht ein Busticket nach Köln und bricht damit auch aus dem Leben aus, welches sich ihre Eltern und ihr Freund Max für sie vorgestellt haben. Sie lässt alles hinter sich und ihr Leben wendet sich um 180 Grad.
In Köln beginnt für Lisa ein Abenteuer und zwischen Couchsurfing, Partys und Lebenskrisen erkundet sie nicht nur ihre Identität und Sexualität, sondern auch die Möglichkeit, dass Träume keine Träume bleiben müssen. Sie lernt Loszulassen und zu erkennen, dass das Festhalten an Gewohnheiten nicht immer das richtige ist. Nach und nach lernt sie auch sich zu öffnen und erkennt, dass ihre Gefühle valide sind.
Das Buch erklärt LGBTQIA+ Thematiken auf eine wunderschöne Art und Weise und zeigt, dass man nicht immer labeln muss. Der Schreibstil ist sehr angenehm, man wird in die Geschichte hineingesogen und will danach unbedingt die Zimtschnecken aus diesem einen bestimmten Laden in Köln probieren. Die Playlist zum Buch lässt einen noch tiefer in die Geschichte hineintauchen.
Ich habe das Buch wirklich geliebt beim Lesen: die Repräsentation, die Story, Karla, Lisas Unwissenheit über LGBTQIA+ Themen und wie zu diesen Bereichen in dem Buch aufgeklärt wird sowie das ganze drumherum, fand ich wirklich toll. Auch die Selbstfindungsphase, die sie durchlebt, wird wahnsinnig authentisch beschrieben.
Eine Empfehlung für alle, die sich gerade in ihrer Selbstfindungsphase befinden und einen realistischen Liebesroman lesen wollen.
Wie geht Karneval richtig? Saal oder Straße? Geht es um Eitelkeit oder Gemeinschaftsgefühl? Und wozu dieses „verrückte“ Fest? Karneval vereint Gegensätze und ist ein Gesamtkunstwerk. Doch wer glaubt, dass der Karneval keine Regeln hat, liegt falsch. Es ist wie beim Sport: Wer sie kennt, hat mehr vom Spiel, als Aktiver wie als Zuschauer.
„Karneval – Wie geht das?“ erzählt dessen Geschichte, stellt seine Akteure, seine Rituale, aber auch seine Probleme und Perspektiven vor. Dieses Buch erklärt das kölsche Brauchtum so umfassend, dass es sowohl Freunde des „Jeckentums“ als auch Karnevalseinsteiger in seinen Bann ziehen wird.
Ein Buch, das den Fastelovend so erklärt, wie es Anspruch und Motto im Haus des Kölner Karnevals ist: Tradition, Faszination und Vielfalt.
Als ich vor vielen Jahren mit meiner Familie in die Region gezogen bin, war ich ein totaler Karnevalseinsteiger. Als Kind war das relativ einfach: verkleiden, feiern und Süßigkeiten sammeln. Doch wenn man als Erwachsener mehr über dieses Fest und seine Hintergründe wissen möchte, würde ich sofort dieses Sachbuch empfehlen. Es bietet einen aufschlussreichen Einblick in die Geschichte, Bräuche und Traditionen dieser Festivität. Man lernt etwas über die Herkunft des Karnevals, wie das Dreigestirn entstanden ist und proklamiert wird und wie die jecken Tage (auch für die Beteiligten) ablaufen.
Außerdem geht der Autor auch auf die kritische Seite des Karnevals ein. Er beschreibt unter anderem die Zusammenhänge zwischen Karneval und Politik und macht auf Fehlentwicklungen aufmerksam. So zum Beispiel die zunehmende Kommerzialisierung oder das Überangebot an Sitzungen, die zu lang, zu teuer und im Programm oft kaum unterscheidbar sind.
Was mir persönlich noch besonders gut gefallen hat, ist das kurze Lexikon am Ende des Buches. Hier kann man schnell die wichtigsten Begriffe des Karnevals nachschlagen .
Für mich war dieser Ratgeber wirklich sehr informativ und ich konnte mein Wissen definitiv noch erweitern. Wenn ihr also auch das Bedürfnis habt, noch mal was zu den“jecken Tagen“ nachlesen zu wollen, bekommt ihr mit diesem Buch auf jeden Fall die richtigen Informationen.
Selbstverständlich könnt ihr dieses Buch bei uns ausleihen!
Fantasy-Romane haben mich schon immer sehr gefesselt, so auch „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ von V.E. Schwab. Deshalb stelle ich euch dieses Buch zum Start in das Neue Jahr vor.
Um nicht verheiratet zu werden, schloss Addie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Gott der Dunkelheit, der ihr Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben garantiert. Von nun an ist sie unsterblich, doch ihre Freiheit hat einen hohen Preis. Niemand kann sich an Addie erinnern, sobald der Blickkontakt abbricht.
Wie ein Geist schwebt sie durch die Jahrhunderte, wird zur unbekannten Muse vieler großer Künstler und kann zumindest so durch andere ein wenig Spuren hinterlassen, denn sie erkennt, dass Ideen immer stärker als Erinnerungen sind. Dreihundert Jahre verbringt sie allein, bis sie in einem kleinen Antiquariat auf Henri trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt.
Das Buch erzählt zwei Liebesgeschichten und doch ist es kein Buch über die Liebe zwischen zwei Menschen, sondern über die Liebe zu sich und seinem Leben. Es ist wunderschön verspielt und philosophisch geschrieben. Der Schreibstil ist fließend weich, umhüllt und nimmt einen mit.
Meine Erwartungen wurden komplett erfüllt, es ist eine neue, außergewöhnliche Geschichte, die mir noch lange nachhing. Keine klassische Liebesgeschichte und doch handelt sie von Liebe. Die Geschichte von Addie hat mich fasziniert und nicht mehr losgelassen – eine Frau, die durch die Jahrhunderte wandert ohne zu altern und mit dem Gott der Dunkelheit spielt.
Ich hoffe, ich habe euer Interesse geweckt und V.E. Schwab schafft es, euch genauso in Addies Welt zu entführen wie bei mir. Das Buch könnt ihr natürlich bei uns ausleihen.
diesen Monat habe ich den Beitrag für das Buch des Monats von unserem Schülerpraktikanten Paul verfassen lassen. Er stellt euch seine Lieblings-Fantasyreihe Septimus Heap vor.
In den Anwanden wütet der fürchterliche Zauberer DomDaniel. Septimus Heap, der siebte Sohn eines siebten Sohnes, verfügt über große magische Kräfte, die DomDaniel besiegen könnten. Doch anscheinend ist er kurz nach seiner Geburt gestorben. So kann nur noch die verschollene Tochter der ermordeten Königin Rettung bringen. Die Jagd nach ihr führt die chaotische Zaubererfamilie Heap, die Botenratte Stanley, die außergewöhnliche Zauberin Marcia Overstrand und andere seltsame Gestalten bis in die finsteren Marschen. Was dort geschieht, hätte nicht einmal DomDaniel für möglich gehalten …
Die Fantasy-Reihe „Septimus Heap“ von Angie Sage handelt von dem gleichnamigen Jungen und seinen Abenteuern in einer fiktiven, mittelalterlichen Welt, in der Magie eine große Rolle spielt. Auf Septimus Wegen begleiten ihn seine Halbschwester Jenna, deren Schicksal es ist Königin zu werden, sein Bruder Nico, seine Meistern Marcia und der Geist Alther Mella, der ehemalige Meister Marcia’s. Doch das sind nicht die einzigen relevanten Nebenfiguren, es gibt noch viele, viele weitere.
Besonders ist hierbei allerdings die Art, wie mit ihnen umgegangen wird. Jeder Charakter wird gut genug beleuchtet, sodass wir seine Handlungen verstehen und nachvollziehen können. Zudem „verschwinden“ einzelne Charaktere nicht einfach nach einem Band. Es kann gut sein, dass sie plötzlich im nächsten und übernächsten Buch wieder auftauchen und einen genauso wichtigen Teil für die Geschichte einnehmen wie zuvor. Gelegentlich gibt es sogar Passagen aus der Perspektive eines Nebencharakters, die sich wunderbar in der Geschichte ergänzen, aber nie zu lang sind. Ein Charakter, der mir allerdings nicht sonderlich gut gefallen hat, ist leider einer der wichtigsten, nämlich der Hauptbösewicht der Reihe. Dieser wird kaum beleuchtet und wir verbringen relativ wenig Zeit mit ihm. Das schadet der Geschichte allerdings nicht stark, da wir in jedem Buch noch einen anderen Gegner für Septimus geliefert bekommen, der wesentlich greifbarer für den Leser ist. Eine weitere Sache die mich begeistert hat, ist das World-Building was hier betrieben wurde. Uns wird eine frische, fantastische Zauberwelt geliefert, die auf Klischees wie Zauberstäbe und Besen verzichtet. So bekommen wir eine komplett neue Art des Zauberns präsentiert und mit jedem Buch lernen und sehen wir mehr. Das gleiche gilt für die Orte die wir besuchen. Anfangs erhalten wir eine Übersicht über alles, was es zu sehen gibt und je weiter die Reihe fortläuft, desto detaillierter wird auf diese Orte eingegangen, sodass das Setting nie langweilig wird.
Der größte Kritikpunkt für mich ist die Konstanz der Bücher, da die Reihe in der Mitte klar ihren Höhepunkt erreicht. Die ersten beiden Bücher sind eine gute Einleitung für das Geschehen, in Band drei bleiben wir auch noch mehr oder minder in uns bekanntem Gefilde, aber in Band vier und fünf wird Septimus in völlig neue Situationen und Settings gebracht, die mich völlig begeistert haben. Hier hat mich die Reihe folglich auch am meisten gepackt. Dass die letzten beiden Bände da nicht mehr mithalten können, war für mich dann keine große Überraschung, sie sind aber dennoch ein würdiger Abschluss dieser für mich, fast perfekten Buchreihe. Ich würde die Reihe allerdings nur für ältere Kinder, nicht etwa wegen Gewalt etc. sondern wegen der anspruchsvollen Sprache, die hier gewählt wurde. Diese passt zwar gut in das mittelalterliche Bild, ist allerdings auch schwierig zu lesen. Wenn einen das abschreckt, kann ich auch die Hörbücher empfehlen.
Zusammengefasst ist Septimus Heap für jeden etwas, der etwas mit Mittelalterlicher Fantasy anfangen kann, man sollte allerdings nicht mit etwas „Harry Potter“ -ähnlichem rechnen, denn das ist es überhaupt nicht.