Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Medienpädagogik’

Liebe Leser*innen,

Escape-Games sind heutzutage nicht nur eine beliebte Freizeitaktivität, sondern auch ein wertvolles Werkzeug für Teambuilding und Problemlösungsfähigkeiten.

Genau das bietet der Workshop Escape-Games mit der TillyBox – und das auf eine ganz besondere Art.

In einem dreitägigen Ferienworkshop während der Osterferien konnten Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren sich daran ausprobieren, ihr eigenes Escape-Game zu entwickeln und dabei kreativ und technisch tätig zu werden.

Aber was genau ist die TillyBox?

Hierbei handelt es sich um ein mobiles Escape-Game-System, das speziell für den Einsatz in der Medienpädagogik entwickelt wurde. Sie kombiniert analoge und digitale Elemente, um Kindern und Jugendlichen spielerisch Medienkompetenz zu vermitteln.

Mit der TillyBox können nicht nur Escape-Games gespielt, sondern auch maßgeschneiderte Rätsel und Geschichten entwickelt werden – ideal für junge, kreative Köpfe, die sich in Technik und Spielgestaltung ausprobieren möchten.

Und was wurde nun in dem Workshop gemacht?

Zunächst haben die Teilnehmer gemeinsam ein spannendes Escape-Game gelöst, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was ein gutes Escape-Game ausmacht. Anhand dieser Einführung wurde ihnen auch gleich das Prinzip des Storytellings vermittelt, das eine wichtige Rolle in der Spielentwicklung einnimmt.

Dann wurden die einzelnen Aufgabenbereiche verteilt. So hatte jeder die Möglichkeit, seine unterschiedlichen Fähigkeiten einzusetzen…sei es kreativ beim Storytelling oder aktiv bei der technischen Umsetzung.

©L. Schönenborn, Stadtbibliothek Euskirchen

Und dann ging es erst richtig los! Zusammen als Team wurde ein eigenes Escape-Game programmiert. Dafür wurde eine virtuelle Welt erstellt, in der man Hinweise finden konnte, um Codes zu sammeln. Anschließend wurden die Seiten der Tilly-Box so programmiert, dass sich mit den Codes neue Level in der virtuellen Welt freischalten ließen. Erstellt wurde das Ganze mit Blöcken, die von der Programmiersprache her ähnlich wie Scratch sind. Das war einigen Kindern schon aus dem Informatikunterricht bekannt und daher einfach umzusetzen.

Nachdem von der Geschichte bis hin zu den Rätseln alles entwickelt wurde, konnte das Escape-Game auf der TillyBox-Mini gespielt werden.

Am letzten Tag des Workshops hatten die Kinder dann die Möglichkeit, ihr gestaltetes Escape-Game ihren Eltern, Geschwistern und Freunden vorzustellen und hatten sichtlich jede Menge Spaß daran, das Publikum auf die Probe zu stellen. Es war auf jeden Fall eine einzigartige Gelegenheit, Spaß und Lernen miteinander zu verbinden und gleichzeitig neue Fähigkeiten zu entdecken.

©L. Schönenborn, Stadtbibliothek Euskirchen

Wir bedanken uns bei Lisa Mütsch für die tolle Gestaltung des Workshops und freuen uns schon auf eine weitere Zusammenarbeit!

Ganz herzlich möchten wir uns auch für die Förderung dieses Workshops durch den Kulturrucksack NRW des Kreises Euskirchen bedanken.

Eure

Lena

Read Full Post »

Liebe Leser*innen,

stünde der Stadtbibliothek Euskirchen ein Musikkorps während meiner Verabschiedung zur Seite, so würden deren Instrumente heute die Töne von AnnenMayKantereits „Tommi“ durch die Gebäudegänge tragen.

©A. Müller

Kein anderes Lied steht für die fünfmonatige Praxissemesterzeit namentlich so sehr Pate, wie das der Pop-Rockband aus Köln. Denn mehrere Monate hinweg prägte der „TOMMI – Kindersoftwarepreis 2023“ meinen Alltag in der Stadtbibliothek. So begleitete ich zum Beispiel die Kinderjury beim Testen und Bewerten der nominierten Spiele. Bevor jedoch die jungen Juroren aktiv mit der Testphase im Herbst beginnen konnten, galt es zuerst die Spiele herunterzuladen, auf den Konsolen, Notebooks und Tablets zu installieren, Level freizuschalten, Bewertungsbögen zu drucken, Roboter zu verschrauben oder T-Rex-Skelette zusammenzustecken. Nicht jede medienpädagogische Arbeit ist also für außenstehende direkt sichtbar und mit einigen verborgenen Vorbereitungen verbunden.

Schnell wurde einem bewusst, dass es für die Veranstaltungsgestaltung unablässig ist, sich selbst einen Überblick über die Speicherfunktionen, Spielsteuerungen und Ziele der Spiele zu verschaffen. Zum einen, um die Heranwachsenden bei (spieltechnischen) herausfordernden Szenarien stets Rat gebend unterstützen zu können. Zum anderen, um die anregenden Spieldiskussionen der Kinderjury, die sie zeitweise untereinander führten, adäquat zu begleiten – und immer wieder daran zu erinnern, die eigene Meinung genauso offen und begründet in der schriftlichen Spielebewertung wiederzugeben.

Ein weiteres medienbildendes Programm der Stadtbibliothek, welches ich über längere Zeit mitbegleitete, war die Informationskompetenz-Unterrichtseinheit „Fit for Life“ für die Sekundarstufe I. In verschiedenen Einheiten befassten wir uns, ganz im Sinne des Medienkompetenzrahmen NRW, mit Themenbereichen wie „Informieren und Recherchieren“ oder „Medienproduktion und Präsentation“. Durch die kollegiale Vorbereitung der Kurseinheiten erwarb ich nebenbei selbst noch Wissen über die Systematik öffentlicher Bibliotheken sowie die Signatur von Büchern.

Den Rahmen des Medienbildungsangebotes nutzte ich zugleich für mein Praxisprojekt, indem ich zwei Kurseinheiten zum Thema „Desinformationen“ (sog. „Fake News“) für die Schüler*innen gestaltete. Dabei haben wir uns der Thematik unter anderem mit den beiden digitalen Spielen (sog. Serious Games) „Facts & Fakes 2“ und „Fake It To Make It“ angenähert, um etwa die Qualität von Informationen selbst abschätzen zu können oder versteckte Motivationen hinter der Verbreitung von Fake News zu ergründen.

Durch meine Praxiszeit hier in der Stadtbibliothek Euskirchen habe ich den Bibliotheksbereich erstmals als großes, aktives und innovatives Einsatzgebiet der Medienpädagogik wahrgenommen. Aber nicht umsonst gehört der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur die Fachgruppe „Medienpädagogik in Bibliotheken“ an, welche sich beispielsweise mit inhaltlichen Schwerpunkten wie „Professionalisierung der medienpädagogischen Arbeit in Bibliotheken“ oder mit der „Einbindung von Medienpädagogik in der Ausbildung von Bibliothekar*innen und FAMIS“ befasst. Es wurde deutlich, dass medienpädagogisches Handeln zunehmend als elementarer Bestandteil von Bibliotheken zu betrachten ist.

Das Bibliothekswesen habe ich als medienpädagogisches Handlungsfeld für mich entdeckt. Ich kann es mir gut vorstellen, zukünftig meinen Fokus als Medienpädagoge auf dieses Aufgabengebiet zu richten. Einer der Aspekte, die ich daran besonders faszinierend finde ist, dass medienpädagogische und medienbildende Bibliotheksangebote für Menschen jeglichen Alters – Kinder, Jugendliche, Eltern, Erwachsene, Senioren – konzipiert und angeboten werden können und sich nicht fortlaufend starr auf eine Altersgruppe beschränken müssen.

Fünf Monate lang kam ich Woche für Woche mit Freude in die Stadtbibliothek, band motiviert mein medienpädagogisches Geschick in die Bibliotheksangebote mit ein und genoss die Zeit mit den Kolleginnen und Kollegen. Die Begeisterung für diese Arbeitsstätte konnten meine Familienangehörigen, Freunde, Kommilitonen und Bekannte recht schnell erkennen. Denn wie ganz selbstverständlich bauten sich in meinen alltäglichen Sprachgebrauch kollegiale Floskeln ein, wie etwa „bei uns in der Bibliothek…“ oder „nächste Woche haben wir…“

©A. Müller

Deshalb sage ich heute nicht „Lebwohl“ und lasse die Tür der Stadtbibliothek endgültig hinter mir zufallen – Netzwerke (in Bibliotheken) schaffen gehört schließlich zur professionellen Medienpädagogik dazu –, sondern verabschiede mich mit einem: „Auf Wiedersehen!“.

Euer Leonhard

Read Full Post »

Liebe Leser*innen,

seit September bin ich als Semesterpraktikant in der Stadtbibliothek Euskirchen anzutreffen. Mein Praktikum absolviere ich jedoch weder als angehender Fachangestellter für Medien und Informationsdienste (sog. FaMIs) noch als Student der Bibliothekswissenschaft, sondern als (zukünftiger) Medienpädagoge.

Leonhard Müller, Semesterpraktikant ©A. Müller

Deshalb packe ich verstärkt bei kulturellen Programmen, (medien)kompetenzfördernden Veranstaltungen und (medien)bildenden Angeboten mit an. Dazu gehören zum Beispiel „Fit For Life“, „Medienfortbildungen für Kita-Kräfte“, der „DigitalTreff“ oder der „TOMMI-Kindersoftwarepreis“.

Nichtsdestotrotz werden die Kolleginnen auch bei der Morgenroutine, an der Infotheke oder beim Einsortieren ausgeliehener Medien wie Bücher, Comics, Mangas, DVD-Filme, Konsolenspiele oder Musik-CDs unterstützt.

Beachtlich ist der vertrauensvolle und unterstützende Umgang in der Stadtbibliothek. Zeitnah durfte ich ein eigenes Praxisprojekt zum Thema „Fake News/Desinformationen“ im Rahmen von „Fit for Life“ konzipieren. Auch konnte ich selbstständig TOMMI-Veranstaltungen gestalten. So war zum Beispiel im Oktober die Dienstag- und Freitagsgruppe der Kinderjuroren unter meiner Obhut, die es medienpädagogisch beim umfassenden Testen und Bewerten der diesjährigen TOMMI-Nominierungen zu begleiten galt.

In dieser Woche war die Anspannung besonders groß, inwiefern die Meinungen unserer („meiner“ Dienstag- & Freitagsgruppe) Kinderjury zu den Spielen im Vergleich zu den anderen Teilnehmern steht. Denn wir waren eine von 57 Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in der akribisch Apps, elektrisches Spielzeug und Konsolenspiele ausprobiert werden konnten.

Falls ihr auch gerne das Ergebnis der diesjährigen TOMMI-Nominierungen wissen möchtet, könnt ihr es uns ja nachmachen und genau wie wir, am Sonntag, den 3. Dezember 2023, den Sender KiKa um 20 Uhr einschalten, um die Preiskrönung der bestbewerteten Spiele live mitzuerleben.

Bis zum Ende meines Semesterpraktikums Anfang nächsten Jahres begegnet man sich bestimmt auf einer der Etagen in der Stadtbibliothek.

Gruß

Leonhard

Read Full Post »