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Archive for the ‘Buch- und Medientipps’ Category

Liebe Leserinnen und Leser,

mit Sicherheit habt ihr schon festgestellt, dass wir in der Stadtbibliothek keine Frauenquote nötig haben – unser Team war immer schon größtenteils weiblich! 🙂

Jedoch war das nicht immer so : Noch im 19. Jahrhundert waren Bibliotheken sowohl in der Nutzung, als auch der fachlichen Betreuung ausschließlich Männern vorbehalten. Der Umbruch kam dann mit der ersten Frauenbewegung.

Zu dieser Zeit spielt Animant Crumbs Staubchronik von Lin Rina. Die namensgebende Protagonistin Animant Crumb ist eine junge Frau aus angesehenem Hause, die sich – sehr zum Empören ihrer Mutter – mehr für Bücher als gesellschaftliche Gepflogenheiten, Bälle oder ihre eigene Hochzeit interessiert.
Da kommt es ihr sehr entgegen, dass für die Universitätsbibliothek mal wieder händeringend nach einem neuen Assistenten gesucht wird. Kein Mann hat es bisher lange mit dem mürrischen Bibliothekar aufnehmen können – aber eine Frau vielleicht?

Cover 2019-10 Rina - Animant Crumbs Staubchronik

Animant wittert eine Chance, den Verkupplungsversuchen ihrer Mutter zu entkommen. Jedoch gestaltet sich die Arbeit noch als echte Herausforderung, denn ihr Chef Thomas Reed ist wirklich alles andere als ein Menschenfreund. Animant jedoch ist fest entschlossen, durchzuhalten. Dabei lernt sie nicht nur eine Menge über Bücher und Bibliothekswesen und sogar eine moderne Suchmaschine – sondern leider auch über Sexismus: Eine Frau, die arbeitet? Freiwillig? Und sie liest auch noch? Das sorgt im Jahr 1890 für eine Menge Getuschel.

Doch Animant Crumb lässt sich nicht unterkriegen und beweist allen, dass Frauen mehr sein können als nur schmuckes Beiwerk an der Seite eines Mannes.

Und dennoch verändert sich im Laufe der Zeit auch ihre Einstellung zu Ehe und Romantik, denn je mehr Zeit sie mit Mr. Reed verbringt, umso mehr bemerken beide, wie ähnlich sie sich im Grunde ihres Wesens eigentlich sind…

Dieses Buch ist eines meiner absoluten Lese-Highlights aller Zeiten! – und das nicht nur, weil es in einer Bibliothek spielt 😉
Diese Geschichte lebt meiner Meinung nach vor allem von seinen wirklich tollen Nebenfiguren und Seiten-Erzählsträngen. Diese verweben sich wie im realen Leben miteinander und lassen den Leser doch nie den Überblick verlieren. Wirklich großartig umgesetzt, genau wie die Verbindung von Realität und Fiktion, von Historienbezug und eigenen Ideen der Autorin.

Eine absolute Leseempfehlung!

Es grüßt Euch aus der Bibliothek

Lisa Häßy

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Liebe Leserinnen und Leser,

nanu – ein Gartenbuch als Buch des Monats September? Ist da nicht die Pflanz- und Buddel-Saison schon vorbei? Ganz und gar nicht!
Denn mit das Erste, das ich durch Meike Winnemuths Bestseller „Bin im Garten: Ein Jahr wachsen und wachsen lassen“ gelernt habe, ist: Beim Gärtnern gibt es keine Saison, keine zeitliche Begrenzung. Gärtnern ist eine Lebenseinstellung!

Auch im Herbst und Winter kann man seinem Hobby frönen: Dinge planen und vorbereiten, zum Beispiel, sich neues Wissen anzulesen und die Vorfreude darauf zu genießen, das alles im Frühjahr und Sommer in die Tat umzusetzen.

Wenn man möchte, kann man also das ganze Jahr mit dem Garten beschäftigt sein. Und genau so ein Jahr hat Meike Winnemuth in ihrem Buch dokumentiert. Ihr Neujahrsvorsatz lautete: Gärtnern – mit Leib und Seele, und so gut wie ohne Vorkenntnisse.

Hintergrund dieses abenteuerlichen Experimentes ist, dass die Autorin nach ihrer Weltreise einen Ort zum Ankommen suchte. Obendrein fehlte ihr in ihrem Bürojob mehr und mehr das Gefühl, am Ende des Tages auf etwas Fertiges schauen zu können – auf etwas, das man in den Händen halten kann; etwas, das man selbst gemacht hat. Und wo sieht man den Unterschied zwischen Gedeih und Verderb wortwörtlich besser als im Garten?

Bin im Garten 1

Getreu des Mottos „Ganz oder gar nicht“ erstand die 59jährige ein winziges Häuschen an der Ostsee, auf dessen großzügigem Gartengrundstück sie sich mit Beginn des neuen Jahres austoben wollte: Ade fade Ziergräser, triste Buchsbaumkugeln und 08/15-Blumenkästen – her mit den Insektenfreunden und Obst- und Gemüsepflanzen!
Denn die frisch gebackene Hobbybotanikerin hatte es sich zum Ziel gesetzt, sich aus dem Garten heraus selbst zu versorgen. Von Tomaten, Erdbeeren und Radieschen bis hin zu Erbsen, Brokkoli und Kartoffeln fand alles seinen Platz.

Dass dabei nicht alles so funktioniert wie gedacht, steht außer Frage. Aber auch das gehört für Meike Winnemuth ganz selbstverständlich zum Gärtnern (und zum Leben sowieso) dazu: Fehler machen und daraus lernen. Wenn die Pflanze keinen feuchten Boden mag, vielleicht gedeiht sie in einer anderen, trockeneren Ecke des Gartens besser? Oder möglicherweise nimmt ihr die große Staude gegenüber zu viel Sonne weg?

Faszinierend! Sogar mir als jemand, der einen ähnlichen Bezug zu Pflanzen hat wie die Autorin zu Beginn ihres Experiments und selbst die hartgesottensten Kakteen kleinkriegt (…ruhet in Frieden), kribbelte es während der Lektüre in den Fingerspitzen, es doch mal zu versuchen. Einem von Euch vielleicht auch? 😉

Definitiv ein lohnendes Buch für alle Gartenfreunde und solche, die es werden wollen!

Es grüßt Euch frisch begrünt

Lisa Häßy

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Liebe Leserinnen und Leser,

Sommerzeit ist (immer noch) Reisezeit! Nachdem wir euch letzten Monat bereits mit „P: Trauriges Reisen“ von Jochen Schliemann einmal um die Welt geschickt haben – wie wäre es jetzt mit einer Reise in die Vergangenheit?

Sophia Herzingers „Das Erbe von Juniper House“ bringt euch geradewegs ins England der 20er Jahre. In dieser Zeitebene geht es um Emma, ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen, deren Familie während des Ersten Weltkriegs einige Schicksalsschläge hinnehmen musste. Als ihr verwitweter Vater erneut heiratet, wird Emma zu Tante und Onkel – wohlhabenden Fabrikanten – nach Juniper House geschickt. Doch obwohl sie ihr sogar erlauben, als Frau in der Buchhaltung mitzuarbeiten, gibt ihr Onkel ihr deutlich zu verstehen, dass er ihr niemals mehr Verantwortung übertragen würde. Umso mehr sehnt Emma sich nach Anerkennung, und darüber hinaus nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit.

Dieser Wunsch scheint sich zu erfüllen, als sie während eines Tanzabends den jungen und überaus charmanten Lord Hessby kennen- und lieben lernt. Doch da die Beziehung der beiden nicht standesgemäß ist, darf niemand von ihr erfahren.

Cover 2019-08 Herzinger - Das Erbe von Juniper House bearb.

80 Jahre später steht Sara, eine junge Frau Mitte zwanzig, vor großen Entscheidungen, was ihr Leben, ihre Beziehung und ihre berufliche Karriere betrifft. Die Bitte, sich um die Großmutter zu kümmern, während ihre Mutter auf Reisen ist, kommt da wie gerufen. Zwar hatte sie nie viel Kontakt zu ihr – Emma -, doch schon bald merken beide, dass sie sich ähnlicher sind als gedacht.

Schon bald kommt Sara einem seit Jahrzehnten gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur und taucht tief in eine Lebensgeschichte ein, die auch Auswirkungen auf ihr eigenes Leben hat… welche, sei an dieser Stelle nicht verraten 🙂

Nur so viel vorweg: Wer glaubt, die Handlung von Anfang an durchschaut zu haben, der wird bald merken, dass er noch einige überraschende Wendungen vor sich hat und Juniper House ganz andere Geheimnisse birgt, als man zu Beginn vielleicht denken mag…

Für mich war es mein erster historischer Roman und ich wurde nicht enttäuscht. Die Zeitreise wirkt aufwendig recherchiert und so authentisch, dass ich zwischendurch das Gefühl hatte, eine echte Biographie zu lesen – vor allem, weil gesellschaftliche Konventionen und Standesdünkel leider auch heute noch eine Rolle spielen. Zu diesem Schluss kommen auch Emma und Sara und wieder einmal erweist sich, dass man aus der Geschichte immer noch lernen kann.

In diesem Sinne: vielleicht tut ein kleiner Blick zurück manchmal ganz gut 🙂

Es grüßt Euch aus dem Hier und Heute

Lisa Häßy

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Liebe Leserinnen und Leser,

Sommerzeit ist Reisezeit! Spätestens mit Beginn der Sommerferien bricht auf Autobahnen, Bahnsteigen oder an Flughäfen wieder das Chaos aus, weil es alle Welt in die Ferne zieht.

Was passt da für eine Buchrezension besser als ein Reiseroman?, dachte ich mir – und habe Euch einen ganz besonderen mitgebracht: „P: Trauriges Reisen“ von Jochen Schliemann ist anders als andere Bücher in diesem Genre. Das merkt man gleich zu Beginn:

Protagonist Tim Ross entscheidet sich eines Morgens spontan, nicht zur Arbeit zu gehen. Stattdessen geht er zum Flughafen und bucht das Erste, was ihm auf Anhieb in den Sinn kommt. Nairobi, Oneway-Ticket. Einfach los.
Ohne Koffer oder Plan reist Tim so nach und nach um die ganze Welt, doch egal, an welchen Ort er kommt, kann er diesen nicht genießen. Jedes Mal findet er das Hässliche und die traurige Wahrheit in den Dingen und verbringt seine Zeit lieber mit tiefer Grübelei, als den Moment zu erleben.

Cover 2019-07 Schliemann - Trauriges Reisen 2

Im Verlauf der Geschichte wird dem Leser allmählich begreiflich, warum Tim so ist – warum er gar nicht anders kann – und genauso, was die schwarz verschleierte Frau mit der ganzen Sache zu tun hat, die ihn überallhin zu verfolgen scheint…

Denn ganz klar ist: Tim mag vielleicht ohne Koffer reisen, aber nicht ohne sein sprichwörtliches „Päckchen“.

Mich hat dieses Buch unglaublich berührt – und auch beeindruckt: Anders als viele andere Geschichten in diesem Genre hält es nicht viel von übertrieben paradiesischen Beschreibungen, verrückten Carpe-Diem-Roadtrips oder dem großen Liebesglück am anderen Ende der Welt. Stattdessen beweist es einen ehrlichen, überwiegend ernsten, aber auch mal amüsanten Blick auf die Dinge. Das tut jedoch gerade im Vergleich zu den absolut traumhaften und perfekten Urlauben, die alle anderen immer zu verbringen scheinen, ziemlich gut. (Social Media und Co lassen grüßen!)

Denn die Wahrheit ist – und das transportiert Schliemann in seinem Debüt meiner Meinung nach sehr deutlich -: Egal, wo wir hingehen, wir müssen uns selber mitnehmen.

Trotzdem wirkt in jedem Kapitel die persönliche Begeisterung des Autors fürs Reisen mit und ermutigt den Leser, die Welt auch mal abseits der bekannten Wege zu erkunden – es könnte sich lohnen.

Ein Buch zum Nachdenken, Wiedererkennen, Mitfühlen und Nochmallesen.

Viele Grüße und eine gute Reise, ganz egal, wo es Euch hinzieht,

Lisa Häßy

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Liebe Leserinnen und Leser,

Glaubt ihr an Superhelden?

Würde ich diese Frage Mr. Glass stellen würde die Antwort eindeutig JA heißen.

„Glass“ ist die Zusammenkunft zweier Filme. Zum einem „Unbreakable“, in den Hauptrollen Bruce Willis und Samuel L. Jackson erschienen im Jahr 2000 und „Split“ mit James McAvoy, den wir ja alle schon aus X-Men Apocolypse und X-Men – Zukunft ist Vergangenheit kennen.

Regie und Drehbuch aller Filme stammen von dem indischen Regisseur M. Night Shyamalan. Ein meiner Meinung nach genialer Mensch, der uns auch „The sixth sense“ beschert hat.

Aber jetzt erst mal zum Inhalt von „Glass“:

Kevin Wendell Crumb ist ein junger Mann mit multiplen Persönlichkeiten. Manche davon sind friedliebend, andere sind gefährlich. Ihm inne wohnt auch „das Biest“. Es hat sich zur Passion gemacht, alle Menschen die kein Leid kennen umzubringen. Gleichzeitig dient „das Biest“ als Beschützer von Kevin Wendell Crumb, die ursprüngliche Personen die hinter den zahlreichen Persönlichkeiten steckt. 

Comicliebhaber Mr. Glass entdeckt schnell das Potenzial von Kevin und beginnt ihn, für seine Zwecke zu manipulieren. Gleichzeitig versucht er David Dunn wieder seine unglaublichen Kräfte zu entlocken. Es beginnt ein Showdown zwischen gut und böse, mit überraschendem Ende. 

Mein Fazit:

Hat Spaß gemacht, aber ich bin froh nicht den teuren Eintritt im Kino dafür gezahlt zu haben.

Die drei Hauptcharaktere halten sich die meiste Zeit des Films in einer Psychiatrie auf. Diese Sequenzen waren schon ein bisschen lahm. Ich hätte mir auch gewünscht das Bruce Willis, als David Dunn, ein bisschen mehr zur Geltung kommt. Alles in allem finde ich das die einzelnen Charaktere ein bisschen untergegangen sind. In den vorher gegangenen Filmen war es besser gelungen.

Meine Empfehlung an alle die sich „Glass“ ansehen wollen: Schaut euch zuerst „Unbreakable“ und dann „Split“ an. Ich kannte beide Filme bereits, aber ich glaube wenn man nur „Glass“ guckt, leuchtet einem die Handlung nicht ganz ein.

Den Film könnt ihr auf Blu-Ray bei uns Ausleihen!

Beste Grüße

Annika Freitag

 

 

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin ja immer wieder fasziniert, was heute technisch alles möglich ist. Und damit meine ich nicht nur ausgefeilte künstliche Intelligenzen, Mikrochirugie oder selbstfahrende Autos – sondern auch, welche Auswirkungen der technische Fortschritt auf die Filmwelt hat!
Gerade im direkten Vergleich zu „Klassikern“ aus der Kindheit fällt einem doch schnell auf, was sich da alles getan hat. Statt von Menschen in Kostümen gespielt, entstehen Monster und sonstige Fabelwesen zum Beispiel heutzutage ganz selbstverständlich am Computer. Auch bei der Wahl der Kulisse ist man nicht mehr auf einen perfekten Drehort angewiesen, sondern modelliert sich seine Welt mittels Greenscreen und Co zurecht. Ist das nicht spannend?

Den Weg bis zum täuschend echten Bild sieht man dabei allerdings nie.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass mit „Die Kunst des Films PHANTASTISCHE TIERWESEN: GRINDELWALDS VERBRECHEN“ ein Buch erschienen ist, mit dem man einmal einen Blick hinter die Kulissen eines topaktuellen Kinofilms werfen kann.
Und dieser Blick lohnt sich! Denn abgesehen von den beeindruckenden Szenen-Illustrationen enthält der Bildband auch rohe Entwürfe und verworfene Ideen. Zusätzlich erfährt man viel darüber, wie es überhaupt funktioniert, eine Geschichte auf die Leinwand zu bringen – schließlich stellt sich jeder so eine Fantasiewelt ein bisschen anders vor.

Cover 2019-06 Die Kunst des Films Grindelwalds Verbrechen 2

Somit bietet dieses Buch wirklich einen Rundum-Einblick in J.K. Rowlings Welt, der für Fans keine Wünsche offenlässt. Selbst für mich als jemand, der zugegeben nicht so viel mit Harry Potter & Co anfangen kann, war das Buch absolut faszinierend zu lesen. Und obendrein habe ich wirklich Lust bekommen, mir den Film doch noch anzusehen…

Besonders interessant fand ich, mit wie viel Liebe zum Detail diese anhand von echten Tieren modelliert wurden – und wie aufwendig die Filmemacher dazu recherchieren! Jeder Magie wohnt also auch ein Funken Wahrheit inne… 😀

Also definitiv eine lohnende Lektüre für alle Fans und solche, die es noch werden wollen – schaut gerne mal rein! 🙂

Es grüßt Euch ganz fantastisch,

Lisa Häßy

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Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem ich mich Ende letzten Jahres mit Ursula Poznanskis „Thalamus“ zum ersten Mal an einem Thriller versucht habe, muss ich gestehen, dass ich auf den Geschmack gekommen bin. Also habe ich mich an ein weiteres Werk aus dem Genre der Spannungsliteratur gewagt – und bin auch dieses Mal nicht enttäuscht worden! Bei Thomas Erles „Das Lied der Wächter: Erwachen“ handelt es sich um den Auftakt zu einer packenden Endzeit-Trilogie.

Cover 2019-05 Erle - Das Lied der Wächter

Handlungsort der Geschichte ist der Schwarzwald, der nach einem nuklearen Unfall als Sperrgebiet gilt – zumindest heißt es das von offizieller Seite.
So genau weiß eigentlich keiner, was an diesem verhängnisvollen Tag vor 16 Jahren passiert ist.

Auch Felix nicht. Für ihn ist die Sache jedoch doppelt schwierig: Denn seine Eltern waren am Unglückstag auf einer Wandertour im Schwarzwald unterwegs und wurden nie wieder gesehen. Felix, der sich damals in Obhut seiner Tante befand und seitdem bei ihr lebt, erfährt erst an seinem 16. Geburtstag, dass sie gar nicht seine Mutter ist.
Nach dem ersten Schock hält den Jungen nichts mehr zurück und er beschließt, auf eigene Faust nach seinen Eltern zu suchen.

Ausgestattet mit dem Nötigsten dringt er in die streng bewachte Sperrzone ein und macht sich auf die Suche.
Schnell jedoch wird klar: Der Wald ist nicht ohne Grund abgeriegelt. Seltsame Kräfte sind hier am Werk, die sich nur schwerlich mit einem Atomunglück erklären lassen: Technische Geräte versagen den Dienst und der ganze Wald scheint von Energiefeldern durchzogen, aus denen es kein Entrinnen gibt.
Auch wenn Felix nicht weiß, was es ist, aber irgendetwas Großes treibt sein Unwesen im Wald und verfolgt ihn. Spätestens als er auf andere Menschen trifft, die das Unglücksgebiet nie vergessen haben, nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf und man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Menschen mit Schwarzwald-Bezug. Thomas Erle beschreibt so treffend, dass die drückende Endzeit-Stimmung wirklich greifbar ist und man Seite für Seite bei Felix‘ Erkundungen mitfiebert. Viel zu schnell hatte ich das Buch ausgelesen und sah mich mit einer guten sowie einer schlechten Nachricht konfrontiert:

Die gute Nachricht – die Geschichte geht in einem zweiten Band weiter (und auch einem dritten, wie ich nach kurzer Recherche rausfand).

Die schlechte Nachricht – da der letzte Band noch nicht erschienen ist (VÖ September 2019), dauert es wohl oder übel noch eine Weile, bis man erfährt, was wirklich mit Felix‘ Eltern passiert ist und was da im Wald vor sich geht…

Aber: Ich freue mich drauf! Der Auftakt der Reihe hat mir sehr gefallen und liest sich wirklich vielversprechend. Ich bin gespannt, wie es weitergeht 🙂

Es grüßt Euch ganz mysteriös (…und leider auch zwangsweise geduldig, seufz),

Lisa Häßy

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Liebe Leserinnen und Leser,

für diesen Monat habe ich etwas ganz Besonderes für Euch: Und zwar fiel mir beim morgendlichen Aufräumen der Bibliothek „eine Anleitung zum Leben auf der Erde“ (laut Untertitel) in die Hände. Nanu, habe ich gedacht und innegehalten – denn haben wir uns gerade in Anbetracht des gesellschaftlichen und politischen Zeitgeistes nicht alle schon mal eine ebensolche Anleitung gewünscht? Einen Leitfaden, wie man es richtigmacht, dieses Leben?

Dass sich die Antwort darauf ausgerechnet in einem Bilderbuch befinden sollte, hat mich dann doch erstmal stutzig gemacht, um nicht zu sagen: skeptisch. Aber ich kann euch bestätigen: Es stimmt. Denn in „Hier sind wir: Eine Anleitung zum Leben auf der Erde“, das Autor Oliver Jeffers anlässlich der Geburt seines Sohnes geschrieben hat, verbirgt sich tatsächlich eine ganze Menge.

Cover 2019-04 Jeffers - Hier sind wir

Was faktenreich damit beginnt, wie die Erde aussieht, wo wir uns im Weltall befinden usw., geht fließend in ein Plädoyer für ein friedliches, respektvolles Miteinander über und dafür, seine Zeit zu nutzen. Sowie die Botschaft: Egal, was kommt, du wirst nie allein sein auf der Welt.

Und das ist Trost und mahnender Hinweis zugleich, finde ich.

Man könnte das Buch einem Kind in vielleicht 20 Minuten vorlesen. Oder in einer halben Stunde, wenn man sich die Zeit nimmt und die wunderschönen Illustrationen genauer betrachtet.
Aber wenn man sich die wenigen Sätze, mit denen dieses Buch auskommt, mal genauer auf der Zunge zergehen lässt, wird schnell klar: Dieses Buch richtet sich nicht nur an Kinder. Denn die Grundhaltung der Welt gegenüber, die dabei transportiert wird, täte meiner Meinung nach auch so manchem Erwachsenen gut.

Daher lautet mein Fazit: Nehmt Euch die zwanzig Minuten und schaut mal rein. Verliert Euch in der Außenbetrachtung. Und lest es dann vielleicht nochmal von vorne. Dann wird einem nämlich erst wieder klar, wie winzig klein doch alles ist – und wie unbedeutend unsere Probleme im großen Ganzen eigentlich sind. Und das, finde ich, ist irgendwie sehr beruhigend 🙂

Zum Schluss gibt es tatsächlich die versprochene Anleitung: „Es sind nur drei Worte, nach denen du leben musst, mein Sohn: Respekt, Rücksicht und Toleranz“, schreibt Oliver Jeffers auf der letzten Seite – und hat damit in einem Bilderbuch für Kleinkinder mehr von Bedeutung gesagt, als ich bisher in so manchem hochgelobten Roman gelesen habe.

Denn mehr braucht es tatsächlich nicht, wenn man genauer drüber nachdenkt.

Es grüßt Euch voller Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz,

Lisa Häßy

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Liebe Leserinnen und Leser,

Ich muss sagen, ich bin nicht wirklich ein Freund von Glückspiel, da das Risiko Geld zu verlieren oder in eine Sucht abzurutschen, und sich dadurch das Leben zu zerstören, sehr groß ist. Was mit aber nicht bewusst war ist, dass diese Spiele nicht nur das Leben der Spieler ruiniert, sondern auch das Leben der Spielbetreiber gefährdet.

Ein wahres Beispiel ist das Leben der Molly Bloom, einer ehemaligen Ski-Fahrerin, die nach einem schweren Sturz die Karriere wechselte zu einer erfolgreichen Organisatorin für sehr exklusiver Pokerspiele wurde. Basierend auf ihren Memoiren wird Ihre Geschichte in dem Film Molly’s Game geschildert.

Nachdem ein Unfall bei der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2002 Molly‘s Skikarriere frühzeitig beendet hat, weicht sie von dem Plan ab, den ihr Vater für sie zurechtgelegt hatte, und zieht nach Los Angeles. Dort beginnt sie als Kellnerin zu arbeiten und lernt dadurch Dean Keith kennen, der sie als seine Sekretärin einstellt und sie bald schon in die Welt des Untergrundpokers einführt. Dean betreibt wöchentliche Pokerspiele für reiche und berühmte Herren und beauftragt Molly damit, die Turniere zu organisieren und an den Abenden die Kasse zu verwalten. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz und ihres schnellen Auffassungsvermögens ebenso wie ihrem Charme schafft sie es schnell, sich die Pokerregeln anzueignen und die Spieler von sich zu begeistern. Besonders interessiert ist sie an Spieler X, dem besten Spieler in Dean’s Turnier und einem prominenten Schauspieler. Als Molly aufgrund ihrer Beliebtheit von ihrem Boss gefeuert wird, baut sie sich mit Hilfe von Spieler X, der ihr Potential erkennt, ihr eigenes Turnier auf. Dieses Turnier hat schnell große Bekanntheit und Beliebtheit erreicht, bricht aber aufgrund von Problemen zwischen Molly und Spieler X gänzlich auseinander. Wieder steht Molly scheinbar vor dem Nichts und wieder gibt sie nicht auf. Sie zieht nach New York und baut dort ein neues, unabhängiges und professionelles Turnier auf, dieses erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit, bis Molly sich mit den falschen Leuten einlässt, falsche Entscheidungen trifft und bald wieder vor dem Abgrund steht.

Meine Gedanken zum Film:

Wenn man, wie ich, keinerlei Ahnung vom Poker hat, kann der Film anfänglich etwas verwirrend sein, allerdings habe ich festgestellt, dass man keine Ahnung haben muss, um den Film gespannt zu schauen. Jessica Chastain, die ich zuvor bereits in dem Film Die Erfindung der Wahrheit aus dem Jahr 2017 gesehen habe, schafft es sehr gut starke, aber emotional verschlossene, Frauen zu verkörpern und legt so viel Emotion in ihr Schauspiel, dass man sehr mit dem Charakter mitfühlt. Ich kann den Film allen sehr empfehlen, die sich für Filmbiografien interessieren und einmal hinter die Kulissen exklusiver Pokerspiele schauen möchte.

Die Blu-Ray haben wir natürlich auch für sie in der Bibliothek.

 

Eure Anja Jäger

 

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin ja immer wieder auf der Suche nach neuer, spannender Lektüre. Als mir vor einigen Tage „Das Heim“ von Mats Strandberg in die Hände fiel staunte ich nicht schlecht, denn auf dem Einband prangte groß und gelb: „Der schwedische Stephen King“.

Bisschen schmal das Buch, für Stephen King, dachte ich. Trotzdem hatte, natürlich, eben dieser gelbe Aufkleber mein Interesse sofort geweckt.

Zum Inhalt:

Zum ersten Mal nach zwanzig Jahren kehrt Joel zurück in sein Heimatstädtchen an der schwedischen Westküste, um seine demenzkranke Mutter zu pflegen. Seit ihrem Infarkt ist Monika nicht mehr dieselbe, und schweren Herzens bringt Joel sie im Seniorenheim unter, wo sie sich zunächst zu erholen scheint.

Doch schon bald verschlechtert sich Monikas Zustand: Sie magert ab. Wird ausfallend. Und spricht dunkle Geheimnisse aus, von denen sie eigentlich gar nichts wissen kann. Manche der Alten halten sie deshalb für einen Engel, andere für einen Dämon, und auch auf Joel wirkt seine Mutter, als wäre sie nicht sie selbst.
Eine von Monikas Pflegerinnen ist Joels Jugendfreundin Nina. Seit zwanzig Jahren haben die beiden nicht miteinander gesprochen, und so schmerzhaft sich ihre Wege damals getrennt haben, so schmerzhaft ist jetzt ihr Wiedersehen.
Und als sich die beklemmenden Vorkommnisse im Heim häufen, findet Joel ausgerechnet in Nina eine Verbündete, um dem Grauen entgegenzutreten.

Mein Fazit: 

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben.Der Alltag im „Nebelfenn“, dem Pflegeheim ist sehr plastisch und ungeschönt beschrieben. Allerdings würde ich nicht behaupten dass der Autor, Mats Strandberg, „der schwedische Stephen King“ ist. Dafür hatte das Buch zu wenig Finesse und war an manchen Stellen einfach zu vorhersehbar. Besonders das Ende fand ich schon sehr flach und durchschaubar.

Trotzdem, klare Lese-Empfehlung!

Bei uns ausleihbar, natürlich.

Tipp: Ladet euch das Buch in der Onleihe-Erft runter!

Beste Grüße

Annika Freitag

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