Feeds:
Beiträge
Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

Sommerzeit ist (immer noch) Reisezeit! Nachdem wir euch letzten Monat bereits mit „P: Trauriges Reisen“ von Jochen Schliemann einmal um die Welt geschickt haben – wie wäre es jetzt mit einer Reise in die Vergangenheit?

Sophia Herzingers „Das Erbe von Juniper House“ bringt euch geradewegs ins England der 20er Jahre. In dieser Zeitebene geht es um Emma, ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen, deren Familie während des Ersten Weltkriegs einige Schicksalsschläge hinnehmen musste. Als ihr verwitweter Vater erneut heiratet, wird Emma zu Tante und Onkel – wohlhabenden Fabrikanten – nach Juniper House geschickt. Doch obwohl sie ihr sogar erlauben, als Frau in der Buchhaltung mitzuarbeiten, gibt ihr Onkel ihr deutlich zu verstehen, dass er ihr niemals mehr Verantwortung übertragen würde. Umso mehr sehnt Emma sich nach Anerkennung, und darüber hinaus nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit.

Dieser Wunsch scheint sich zu erfüllen, als sie während eines Tanzabends den jungen und überaus charmanten Lord Hessby kennen- und lieben lernt. Doch da die Beziehung der beiden nicht standesgemäß ist, darf niemand von ihr erfahren.

Cover 2019-08 Herzinger - Das Erbe von Juniper House bearb.

80 Jahre später steht Sara, eine junge Frau Mitte zwanzig, vor großen Entscheidungen, was ihr Leben, ihre Beziehung und ihre berufliche Karriere betrifft. Die Bitte, sich um die Großmutter zu kümmern, während ihre Mutter auf Reisen ist, kommt da wie gerufen. Zwar hatte sie nie viel Kontakt zu ihr – Emma -, doch schon bald merken beide, dass sie sich ähnlicher sind als gedacht.

Schon bald kommt Sara einem seit Jahrzehnten gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur und taucht tief in eine Lebensgeschichte ein, die auch Auswirkungen auf ihr eigenes Leben hat… welche, sei an dieser Stelle nicht verraten 🙂

Nur so viel vorweg: Wer glaubt, die Handlung von Anfang an durchschaut zu haben, der wird bald merken, dass er noch einige überraschende Wendungen vor sich hat und Juniper House ganz andere Geheimnisse birgt, als man zu Beginn vielleicht denken mag…

Für mich war es mein erster historischer Roman und ich wurde nicht enttäuscht. Die Zeitreise wirkt aufwendig recherchiert und so authentisch, dass ich zwischendurch das Gefühl hatte, eine echte Biographie zu lesen – vor allem, weil gesellschaftliche Konventionen und Standesdünkel leider auch heute noch eine Rolle spielen. Zu diesem Schluss kommen auch Emma und Sara und wieder einmal erweist sich, dass man aus der Geschichte immer noch lernen kann.

In diesem Sinne: vielleicht tut ein kleiner Blick zurück manchmal ganz gut 🙂

Es grüßt Euch aus dem Hier und Heute

Lisa Häßy

Liebe Leserinnen und Leser,

„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“

Das wusste 1987 schon Stephan Remmler.

Somit hört auch ein Jahr als Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi) in der Stadtbibliothek Euskirchen irgendwann einmal auf. Auch bei mir ist es jetzt soweit und ich kann nicht bereuen, diese Entscheidung getroffen zu haben.

56541930_2179532615463951_202000966289981440_o
Niklas hat seinen Bundesfreiwilligendienst vom 01.09.2018-29.07.2019 in der Stadtbibliothek Euskirchen absolviert.

Es war …
… abwechslungsreich und immer wieder aufs Neue anders. Ob es die Nacht der Bibliotheken, der TOMMI-Kindersoftwarepreis, ganz zu Beginn oder Teile des Sommerleseclubs zum Schluss war. Auch wenn die Vorbereitung einzelner Veranstaltungen mitunter stressig war oder länger gedauert hat, hat es sich schlussendlich immer gelohnt. Die Freude und der Enthusiasmus der Teilnehmer waren ansteckend und eine Belohnung für die harten Vorbereitungen.
… lehrreich. Durch den BFD konnte ich hinter die Kulissen einer Bibliothek schauen und erkannte recht schnell, dass der Berufszweig des Bibliothekars nicht nur aus dem Bedienen von Kunden und Pflege des Bestandes besteht. Er besteht aus viel mehr, z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Bearbeitung der Medien oder ganze Bereiche umstrukturieren.
… hilfreich für meinen weiteren Weg. Aufgrund meines BFDs wurde ich endgültig bestätigt, dass der Berufszweig des Bibliothekars meiner Vorstellung entspricht und ich diesen weiterverfolgen werde, beginnend mit meiner anstehenden Ausbildung.

Zum Schluss danke ich meinen Kolleginnen für die mehr als freundliche Aufnahme und Einarbeitung.

Ich werde noch an einige lustige und nie langweilige Tage denken !!

Niklas

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist verdammt heiß.

Alle wissen es, jeder spricht darüber.

Unsere Bibliothek ist dieser Tage wie leer gefegt. Wir nehmen es euch nicht übel. Im Zuge dessen hatte ich einen kleinen Anfall vor Kreativität und habe ein paar Verse für euch zusammen gehauen:

 

Es ist verdammt heiß,

die Rübe wird langsam weich.

Keine Lust raus zu gehen.

Nur Lust unter der Dusche zu stehen.

Abends dann noch was lesen,

Mist… nicht in der Bibliothek gewesen

Schnell das Handy gezückt.

Die Onleihe hat mich noch nie so verzückt. ❤

106472777_246f0a3366

Nomad Tales, CC-BY-NC-ND 2.0

Und die Moral von dem Gedicht: Wer online liest muss bei diesen gnadenlosen, höllischen Temperaturen nicht raus gehen. Hörspiele, Zeitschriften, Sachliteratur, Romane und so viel mehr.

Mein gut gemeinter Rat, schaut doch mal in der Onleihe vorbei!

Verschwitze Grüße

Annika Freitag

Liebe Leserinnen und Leser,

kann man mit Medien die Sprachbildung in der Kita unterstützen?
Wie können wir als Stadtbibliothek dazu beitragen?
Wie können wir die Kooperation mit Kitas und anderen Institutionen noch verbessern?

Unter dem Titel „Sprachschatz“ starteten die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken des Landes NRW und die Landesweite Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren 2017 ein Pilotprojekt zu diesen Fragestellungen. In der Ausschreibung hieß es: „Smartphone und Tablets gehören selbstverständlich zum Alltag auch der kleinsten Kinder. Deshalb ist es wichtig, den Umgang mit digitalen Medien auch in die frühkindliche Bildung mit einzubeziehen. Öffentliche Bibliotheken und Kindertagesstätten sind wichtige Akteure im Bereich der Sprach- und Leseförderung im kommunalen Raum.“

Sprachschatz Collage
Medienkompetenz schon für die Allerkleinsten: mit Tablets, TipToi-Stiften und vielem mehr

Die Stadt Euskirchen bewarb sich und wurde als eine von nur sechs Kommunen in NRW zur Teilnahme ausgewählt. Kooperationspartner in Euskirchen sind wir als Stadtbibliothek, die städtische Kita Nordstraße und das Kommunale Bildungs- und Integrationszentrum (Kobiz) des Kreises. Wir erhofften uns eine Bereicherung durch das Zusammenwirken der Kompetenzen der unterschiedlichen Partner – Medienkompetenz, Pädagogik, Sprachbildung und Mehrsprachigkeit. Hiervon sollen besonders die vielen Kinder mit Migrationshintergrund profitieren (in der Kita Nordstraße verfügen ca. 85 Prozent aller Kinder über eine andere Herkunftssprache als Deutsch).

Sprachschatz Abschluss Gruppe
Die Kinder und Kooperationspartner des Pilotprojekts „Sprachschatz“. Außerdem im Bild, Johannes Winckler, Erster Beigeordneter der Stadt Euskirchen

Knapp zwei Jahre später haben 28 Vorschulkinder an insgesamt 25 Aktivitäten und Veranstaltungen in der Bibliothek und der Kita teilgenommen, die die 8 beteiligten Kolleginnen von 3 Kooperationspartnern gemeinsam geplant und umgesetzt haben. Auch die Eltern wurden mindestens einmal pro Halbjahr eingeladen und einbezogen. Insgesamt 11 verschiedene „Module“, die die Kinder auf sehr unterschiedliche Weise zum sprachlichen Austausch anregen sollen, sind dabei entstanden und auf ihre Praxistauglichkeit getestet worden. Außerdem wurden ein medienpädagogischer Elternabend und Impulse für Fortbildungstage für Kitapersonal entwickelt. Alle Ergebnisse wurden im Laufe des Nachmittags anschaulich durch die beteiligten Kolleginnen aller Kooperationspartner präsentiert.

Nachdem ich in einer Foto- und Filmpräsentation der Erfahrungen und Ergebnisse aus zwei Jahren gemeinsamer Arbeit zeigen konnte, führten die Kinder der Kita Nordstraße unter Leitung von Helen Bornkessel beim Abschlussfest ein selbst gestaltetes Schattentheater für alle Erwachsenen auf. Danach hatten alle Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, die im Pilotprojekt entwickelten Angebote praktisch auszuprobieren. Monika Meier und Christiane Funken von der Bibliothek hatten zehn Stationen in unseren Räumen aufgebaut, darunter z.B. „Stop Motion“ mit iPads zum Trickfilmdreh, einen „BeeBot“-Miniroboter für allererste Programmiererfahrungen der ein „Kamishibai“ – ein japanisches Erzähltheater. Die stolzen Vorschulkinder konnten hier ihren Eltern direkt zeigen, wie es funktioniert und was sie gelernt und geleistet hatten.

Sprachschatz ABschluss Schattentheater
Auch ganz klassische „Schattentheater“ gehörten zu den kreativen „Modulen“ die die Kinder zum sprachlichen Austausch animieren sollten. 

Das Land NRW unterstützte das Projekt mit zehn Fortbildungen für die Beteiligten sowie mit viel medienpädagogischer Ausstattung, wie z.B. Tablets oder Kameras, die die Stadtbibliothek beschaffen konnte und den anderen Partnern – inklusiver technischer Hilfe – zur Verfügung stellen kann. Die Stadtbibliothek entwickelt jetzt außerdem ein Zukunftskonzept zu möglichen medienpädagogischen Angeboten für Kitas vor Ort. Sicher wird es für die Bibliothek nicht möglich sein, die Vorschulkinder aus allen 37 Kitas in Euskirchen (neben den 22 Schulen) so intensiv zu bedenken wie während des Pilotprojekts. Trotzdem sollen die gute Ausstattung, die entwickelten Module und der Erfahrungsschatz auch in Zukunft möglichst vielen Kindern zugutekommen können. Insofern wird darüber nachgedacht, insbesondere das Personal interessierter Kitas auf ihrem Weg zur „Medienkita“ mit medienpädagogischen Materialien, technischem Support, Schulungen und vorgefertigten Konzepten zu unterstützen. Auf diese Weise sollen über die pädagogisch erfahrenen Kita-Mitarbeiterinnen möglichst viele Kinder passgenau erreicht werden können. Die Stadtbibliothek hofft, dass dieses Angebot auf großes Interesse stößt und weiter so erfolgreich verläuft wie das Pilotprojekt Sprachschatz. Der Erste Beigeordnete der Stadt Euskirchen, Johannes Winckler, und die Leiterin des Kommunalen Bildungs- und Integrationszentrums des Kreis Euskirchen, Vera Secker, dankten allen Beteiligten für ihr Engagement für den erfolgreichen Verlauf des Pilotprojekts.

Sprachschatz Abschluss Leser
Mit mehrsprachigen Bilderbuchkinos erleben die Kinder sprachliche Vielfalt.

Zum Abschluss des Projekts wurde das Bilderbuchkino: „Wer hat mein Eis gegessen?“ unter der Leitung von Ricarda Brecher vom Kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum des Kreis Euskirchen (Kobiz) in den acht Sprachen Türkisch, Englisch, Französisch, Arabisch, Kurdisch, Rumänisch, Russisch und Deutsch vorgelesen und gezeigt. 15 Kinder und ihre Eltern lauschten gespannt und geduldig der Geschichte, die gut zu den sommerlichen Temperaturen passte. Dank des Engagements ehrenamtlicher Vorlesepaten und der Kooperation mit dem Kobiz können solche mehrsprachigen Vorlesestunden regelmäßig in der Stadtbibliothek Euskirchen stattfinden.

Wir würden uns freuen, euch beim nächsten Termin am 26. September um 16:30 Uhr bei uns zu treffen!

Eure Julia Rittel

Liebe Leserinnen und Leser

am 4. Juli 2019 eröffnete Bürgermeister Dr. Uwe Friedl in der Stadtbibliothek Euskirchen den 14. Sommerleseclub (SLC). Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 3a der Paul-Gerhardt-Grundschule und ihrer Lehrerin Susanne Ackermann wurden ein Antolin-Quiz zu dem Buch „Faustdicke Freunde“ durchgeführt und Green-Screen-Fotos ausprobiert.

Start SommerLeseClub 2019

Kinder der Klasse 3a der Paul-Gerhardt-Schule mit Steffi Heidt (Stadtbibliothek), Bürgermeister Dr. Uwe Friedl, Andreas Krämer (Volksbank Euskirchen), Susanne Ackermann (Lehrerin Paul-Gerhardt-Schule) – v.l.n.r in der hinteren Reihe) (c) Kreisstadt Euskirchen, Annika Freitag

Die Welt verändert sich rasant. Die Digitalisierung ist seit dem Start des Sommerleseclubs im Jahr 2006 immer wichtiger geworden. An vielen Stellen sind außerdem mehr kreative Ideen und mehr Austausch und Teamarbeit gefragt. Das gilt für Beruf, Schule und Freizeit. Deshalb startet der Sommerleseclub 2019 mit einem neuen Konzept für alle Generationen und die ganze Familie.

Bibliotheken nehmen bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle ein: Als Ort der Information, Bildung und Kultur, aber auch als lebendiger Begegnungsort, als Ort von Kommunikation und Teilhabe für alle. Der Sommerleseclub greift all das auf und startet dieses Mal unter dem Motto „Kreativ, Digital, Kooperativ“. Kooperation und Kreativität werden groß geschrieben – nicht beschränkt auf eine Zielgruppe, sondern offen für alle Generationen. Es können nun Teams gebildet werden, die gemeinsam ein Logbuch über gelesene oder gehörte Bücher und über Kreativangebote führen. Dieses kann analog kreativ ausgestaltet oder online geführt werden.

Sich mit anderen Interessierten zusammen zu tun, Gleichgesinnten zu begegnen und sich auszutauschen – und das sowohl virtuell als auch in der realen Welt -, all das soll der neue Sommerleseclub mehr denn je ermöglichen. Der Seminarraum im Kulturhof wird deshalb in den Sommerferien zum exklusiven Clubraum „nur für Mitglieder“ – zu erkennen am Teilnehmerarmband.
Über den gesamten Zeitraum der Sommerferien werden diverse Workshops und Kreativangebote in der Stadtbibliothek angeboten. Erfolgreich sind die Teams oder auch Einzelpersonen, wenn sie Stempel in ihren Logbüchern gesammelt haben; diese bekommen sie für gelesene oder gehörte Bücher sowie die Teilnahme an einem Kreativangebot.

Doch im Logbuch werden nicht nur die Stempel gesammelt. Die Teams lösen darin gemeinsam kreative Aufgaben, stellen sich vor, bewerten ihre gelesenen oder gehörten Bücher, beschreiben ihre liebsten Leseorte und vieles mehr. Die Logbücher können auch online geführt werden. Dafür erhält jedes Team eine Login-Nummer und kann sich anmelden. Das Logbuch ist dann per App auf dem Handy immer dabei und die Teammitglieder können sich vernetzen, wo immer sie auch gerade sind.

Bei all dem geht es natürlich nach wie vor auch um die Förderung der Lesemotivation und des Lesespaßes. Lesen lernt man – wie die meisten Dinge – nur, indem man es möglichst viel tut. Und die Lesekompetenz ist nach wie vor eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Teilhabe an unserer modernen Informationsgesellschaft. Das unterstreicht die Bedeutung von Veranstaltungen wie dem Sommerleseclub.

Zum Abschluss gibt es am 6. September 2019 für alle erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder eine Abschlussparty mit einer großen “Oskar-Verleihung” mit rotem Teppich, mit Verlosung und Urkundenübergabe für die ganze Familie. In welchen Kategorien die Oskars verliehen werden und an wen, das bestimmt eine Jury. Kategorien könnten z.B. sein: kreativstes Logbuch, bester Teamname oder der coolste Leseplatz.

Das Team der Stadtbibliothek ist gespannt, wie die Neuerungen im SLC ankommen. Das Veranstaltungsprogramm ist zu finden auf der Homepage der Stadtbibliothek.

Die Anmeldung hat begonnen. Weitere Informationen zum SLC finden Sie unter der URL: www.sommerleseclub.de.

Ein herzlicher Dank gilt der Volksbank Euskirchen, die diese Leseförderaktion der Stadtbibliothek seit 2006 großzügig finanziell unterstützt und dem Verein der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Euskirchen, dem die Förderung von Euskirchener Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen liegt. Gefördert wird das Projekt außerdem durch das Kultursekretariat Gütersloh NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Es gilt für alle: jede und jeder kann mitmachen, im Team und egal welchen alters. Wir freuen uns auf Euch.

Eure
Stephanie Heidt

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Sommerzeit ist Reisezeit! Spätestens mit Beginn der Sommerferien bricht auf Autobahnen, Bahnsteigen oder an Flughäfen wieder das Chaos aus, weil es alle Welt in die Ferne zieht.

Was passt da für eine Buchrezension besser als ein Reiseroman?, dachte ich mir – und habe Euch einen ganz besonderen mitgebracht: „P: Trauriges Reisen“ von Jochen Schliemann ist anders als andere Bücher in diesem Genre. Das merkt man gleich zu Beginn:

Protagonist Tim Ross entscheidet sich eines Morgens spontan, nicht zur Arbeit zu gehen. Stattdessen geht er zum Flughafen und bucht das Erste, was ihm auf Anhieb in den Sinn kommt. Nairobi, Oneway-Ticket. Einfach los.
Ohne Koffer oder Plan reist Tim so nach und nach um die ganze Welt, doch egal, an welchen Ort er kommt, kann er diesen nicht genießen. Jedes Mal findet er das Hässliche und die traurige Wahrheit in den Dingen und verbringt seine Zeit lieber mit tiefer Grübelei, als den Moment zu erleben.

Cover 2019-07 Schliemann - Trauriges Reisen 2

Im Verlauf der Geschichte wird dem Leser allmählich begreiflich, warum Tim so ist – warum er gar nicht anders kann – und genauso, was die schwarz verschleierte Frau mit der ganzen Sache zu tun hat, die ihn überallhin zu verfolgen scheint…

Denn ganz klar ist: Tim mag vielleicht ohne Koffer reisen, aber nicht ohne sein sprichwörtliches „Päckchen“.

Mich hat dieses Buch unglaublich berührt – und auch beeindruckt: Anders als viele andere Geschichten in diesem Genre hält es nicht viel von übertrieben paradiesischen Beschreibungen, verrückten Carpe-Diem-Roadtrips oder dem großen Liebesglück am anderen Ende der Welt. Stattdessen beweist es einen ehrlichen, überwiegend ernsten, aber auch mal amüsanten Blick auf die Dinge. Das tut jedoch gerade im Vergleich zu den absolut traumhaften und perfekten Urlauben, die alle anderen immer zu verbringen scheinen, ziemlich gut. (Social Media und Co lassen grüßen!)

Denn die Wahrheit ist – und das transportiert Schliemann in seinem Debüt meiner Meinung nach sehr deutlich -: Egal, wo wir hingehen, wir müssen uns selber mitnehmen.

Trotzdem wirkt in jedem Kapitel die persönliche Begeisterung des Autors fürs Reisen mit und ermutigt den Leser, die Welt auch mal abseits der bekannten Wege zu erkunden – es könnte sich lohnen.

Ein Buch zum Nachdenken, Wiedererkennen, Mitfühlen und Nochmallesen.

Viele Grüße und eine gute Reise, ganz egal, wo es Euch hinzieht,

Lisa Häßy

Liebe Leserinnen und Leser,

Glaubt ihr an Superhelden?

Würde ich diese Frage Mr. Glass stellen würde die Antwort eindeutig JA heißen.

„Glass“ ist die Zusammenkunft zweier Filme. Zum einem „Unbreakable“, in den Hauptrollen Bruce Willis und Samuel L. Jackson erschienen im Jahr 2000 und „Split“ mit James McAvoy, den wir ja alle schon aus X-Men Apocolypse und X-Men – Zukunft ist Vergangenheit kennen.

Regie und Drehbuch aller Filme stammen von dem indischen Regisseur M. Night Shyamalan. Ein meiner Meinung nach genialer Mensch, der uns auch „The sixth sense“ beschert hat.

Aber jetzt erst mal zum Inhalt von „Glass“:

Kevin Wendell Crumb ist ein junger Mann mit multiplen Persönlichkeiten. Manche davon sind friedliebend, andere sind gefährlich. Ihm inne wohnt auch „das Biest“. Es hat sich zur Passion gemacht, alle Menschen die kein Leid kennen umzubringen. Gleichzeitig dient „das Biest“ als Beschützer von Kevin Wendell Crumb, die ursprüngliche Personen die hinter den zahlreichen Persönlichkeiten steckt. 

Comicliebhaber Mr. Glass entdeckt schnell das Potenzial von Kevin und beginnt ihn, für seine Zwecke zu manipulieren. Gleichzeitig versucht er David Dunn wieder seine unglaublichen Kräfte zu entlocken. Es beginnt ein Showdown zwischen gut und böse, mit überraschendem Ende. 

Mein Fazit:

Hat Spaß gemacht, aber ich bin froh nicht den teuren Eintritt im Kino dafür gezahlt zu haben.

Die drei Hauptcharaktere halten sich die meiste Zeit des Films in einer Psychiatrie auf. Diese Sequenzen waren schon ein bisschen lahm. Ich hätte mir auch gewünscht das Bruce Willis, als David Dunn, ein bisschen mehr zur Geltung kommt. Alles in allem finde ich das die einzelnen Charaktere ein bisschen untergegangen sind. In den vorher gegangenen Filmen war es besser gelungen.

Meine Empfehlung an alle die sich „Glass“ ansehen wollen: Schaut euch zuerst „Unbreakable“ und dann „Split“ an. Ich kannte beide Filme bereits, aber ich glaube wenn man nur „Glass“ guckt, leuchtet einem die Handlung nicht ganz ein.

Den Film könnt ihr auf Blu-Ray bei uns Ausleihen!

Beste Grüße

Annika Freitag

 

 

Klasse Beitrag von der Stadtbücherei Erkrath!
Auch bei uns dürft ihr euch ab dem 1. Juli auf viele tolle Neuerungen freuen!

Avatar von a.heimansberg-schmidtDie Stadtbücherei Erkrath bloggt

Liebe Leserinnen und Leser,

auch in diesem Jahr sind wir wieder mit vielen anderen Stadtbüchereien im Sommerleseclub aktiv dabei. Wir sind schon richtig gespannt, denn der Sommerleseclub hat ab 2019 einige neue Besonderheiten,…

Ursprünglichen Post anzeigen 401 weitere Wörter

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin ja immer wieder fasziniert, was heute technisch alles möglich ist. Und damit meine ich nicht nur ausgefeilte künstliche Intelligenzen, Mikrochirugie oder selbstfahrende Autos – sondern auch, welche Auswirkungen der technische Fortschritt auf die Filmwelt hat!
Gerade im direkten Vergleich zu „Klassikern“ aus der Kindheit fällt einem doch schnell auf, was sich da alles getan hat. Statt von Menschen in Kostümen gespielt, entstehen Monster und sonstige Fabelwesen zum Beispiel heutzutage ganz selbstverständlich am Computer. Auch bei der Wahl der Kulisse ist man nicht mehr auf einen perfekten Drehort angewiesen, sondern modelliert sich seine Welt mittels Greenscreen und Co zurecht. Ist das nicht spannend?

Den Weg bis zum täuschend echten Bild sieht man dabei allerdings nie.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass mit „Die Kunst des Films PHANTASTISCHE TIERWESEN: GRINDELWALDS VERBRECHEN“ ein Buch erschienen ist, mit dem man einmal einen Blick hinter die Kulissen eines topaktuellen Kinofilms werfen kann.
Und dieser Blick lohnt sich! Denn abgesehen von den beeindruckenden Szenen-Illustrationen enthält der Bildband auch rohe Entwürfe und verworfene Ideen. Zusätzlich erfährt man viel darüber, wie es überhaupt funktioniert, eine Geschichte auf die Leinwand zu bringen – schließlich stellt sich jeder so eine Fantasiewelt ein bisschen anders vor.

Cover 2019-06 Die Kunst des Films Grindelwalds Verbrechen 2

Somit bietet dieses Buch wirklich einen Rundum-Einblick in J.K. Rowlings Welt, der für Fans keine Wünsche offenlässt. Selbst für mich als jemand, der zugegeben nicht so viel mit Harry Potter & Co anfangen kann, war das Buch absolut faszinierend zu lesen. Und obendrein habe ich wirklich Lust bekommen, mir den Film doch noch anzusehen…

Besonders interessant fand ich, mit wie viel Liebe zum Detail diese anhand von echten Tieren modelliert wurden – und wie aufwendig die Filmemacher dazu recherchieren! Jeder Magie wohnt also auch ein Funken Wahrheit inne… 😀

Also definitiv eine lohnende Lektüre für alle Fans und solche, die es noch werden wollen – schaut gerne mal rein! 🙂

Es grüßt Euch ganz fantastisch,

Lisa Häßy

Liebe Leserinnen und Leser,

ich muss ja gestehen, dass ich mich mit meinen 22 Jahren manchmal ein bisschen von der Literaturwelt vernachlässigt fühlte: Es gibt Bücher für Kindergarten- und Grundschulkinder, für ältere Schüler auf dem Weg zum Abschluss – und dann wieder mit Hauptfiguren, die bereits geheiratet, eine eigene Familie gegründet haben oder ihren jahrelangen Job hinwerfen und zu einem Abenteuer aufbrechen.

Aber was mit dem Lebensabschnitt dazwischen? Da fehlt doch etwas!

Glücklicherweise ist die Verlagswelt da inzwischen ähnlicher Auffassung: Mittlerweile kommen immer mehr Bücher für junge Erwachsene auf den Markt, die in eben diesem Lebensabschnitt spielen. Und da wir als öffentliche Bibliothek bemüht sind, für alle etwas im Angebot zu haben, ziehen wir da natürlich mit. 🙂

Bild Regal Junge Erwachsene 2

In der ersten Etage findet ihr jetzt zusätzlich den neuen Interessenkreis „Junge Erwachsene“ mit Büchern, in denen Menschen irgendwo zwischen 18 und Mitte zwanzig die Geschichte bestimmen – und zwar in allen erdenklichen Genres, egal ob Liebesgeschichte, Fantasyroman oder packendem Thriller.

Der Clou dabei sind nämlich die Nebenerzählstränge, die sich eben mit der Lebenswelt eines jungen Erwachsenen beschäftigen: Mit der ersten eigenen Wohnung, mit dem Umzug in eine andere Stadt, mit dem Studium und schlecht bezahlten Aushilfsjobs oder damit, neue Leute kennenzulernen und rauszufinden, wer man selber eigentlich ist.

Und das ist es auch, was mir persönlich oft fehlt, wenn ich ein Buch lese, dessen Figuren deutlich jünger oder älter sind als ich. Die kleinen Details am Rande, die die Geschichte erst authentisch machen und zum Leben erwecken. 🙂

In diesem Sinne – vielleicht findet sich ja noch jemand von Euch in diesem „dazwischen“ wieder. Gebt uns gerne Rückmeldung, wie Euch die Auswahl gefällt! Welche Bücher dürfen auf gar keinen Fall fehlen?

Viele Grüße,

Lisa Häßy